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Inhalt
  • Genaue Bezeichnung und Bezifferung der Forderungen
  • Urkundliche Beweisstücke
    (zum Beispiel Urteil, Vollstreckungsbescheid, Kostenfestsetzungsbeschluss, Scheck, Wechsel, Schuldurkunde, Vertrag)
  • gegebenenfalls Vollmacht bei rechtlicher Vertretung

Form der Anmeldung

Um Ihre Forderungen aufzulisten, nutzen Sie zweckmäßigerweise den elektronisch ausfüllbaren Vordruck.

Formular: -> Insolvenzgericht, Formulare

Halten Sie die Forderungen mit den folgenden Angaben fest:

  • Bezeichnung der Forderung (zum Beispiel: Lohn, Gehalt, Kauf, Darlehen, Dienst- oder Werkvertrag, Wechselforderung, Schadensersatzforderung)
  • Betrag in Euro (EUR),
  • getrennt nach Hauptforderung, Zinsen, Kosten und errechneter Gesamtsumme
  • Bei Zins-Forderungen: Zinssatz, Zeitraum und Kapital bis zum Tag vor Insolvenzeröffnung (danach anfallende Zinsen siehe Nachrang-Forderungen)
  • Forderungen in einer anderen Währung: Umrechnung in Euro (Kurs zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung)
  • Ob es sich um eine Forderung aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung (zum Beispiel Schadensersatzanspruch wegen vorsätzlicher Körperverletzung) oder einer vorsätzlichen pflichtwidrigen Verletzung einer gesetzlichen Unterhaltspflicht handelt und die Tatsachen, aus denen sich dies ergibt
    Diese Angaben sind bei Anmeldung besonders wichtig, da die Restschuldbefreiung nicht Forderungen aus vorsätzlich unerlaubter Handlung und aus rückständigem gesetzlichen Unterhalt, den der Schuldner vorsätzlich pflichtwidrig nicht gewährt hat, umfasst. (Dies gilt aber nur, wenn eine solche Forderung auch so angemeldet und entsprechend festgestellt wird!)

Angaben einer Gläubigermehrheit

Teilen Sie dem Insolvenzverwalter zusätzlich zu den oben genannten Angaben das Beteiligungsverhältnis der einzelnen Gläubiger mit, das heißt

  • ob einer der Gläubiger die Leistung für alle Gläubiger geltend macht (Gesamtgläubigerschaft),
  • die Leistung an alle Gläubiger gemeinschaftlich erfolgen soll (zum Beispiel bei Erbengemeinschaft, Gesellschaft des bürgerlichen Rechts / GbR) oder
  • die Leistung an die einzelnen Gläubiger nach bestimmten Bruchteilen erfolgen muss.

Sicherungsrechte bezeichnen

Bezeichnen Sie zur Anmeldung bei dem Insolvenzverwalter

  • das genaue Sicherungsrecht, das Sie beanspruchen sowie
  • Art und Entstehungsgrund (zum Beispiel Eigentumsvorbehalt, Sicherungsübereignung, Sicherungsabtretung, Pfandrecht)
    und fügen Sie auch hierzu die entsprechenden Nachweise bei (zum Beispiel Grundbuchauszug)

Nachrang-Anmeldungen nur auf Aufforderung

Die Insolvenzordnung sieht vor, dass bestimmte Forderungen nachrangig befriedigt werden. Darunter fallen beispielsweise nach Insolvenzeröffnung anfallende Zinsen, Kosten für die Teilnahme am Insolvenzverfahren, Forderungen aus kapitalersetzenden Darlehen, Geldstrafen sowie vertraglich vereinbarte Nachrangforderungen.

  • Melden Sie Nachrang-Forderungen nur auf ausdrückliche Aufforderung durch das lnsolvenzgericht beim Insolvenzverwalter an.
  • Der Insolvenzverwalter weist in der Insolvenztabelle auf den Nachrang der Forderung hin und legt einen Rang fest.