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Erteilung der Legislation oder Apostille auf Urkunden aus dem Ausland für den Rechtsverkehr in Deutschland

Behörden oder Gerichte in Deutschland erkennen ausländische öffentliche Urkunden oftmals nur dann an, wenn ihre Echtheit oder ihr Beweiswert in einem besonderen Beglaubigungsverfahren festgestellt worden ist. Zum Nachweis der Echtheit ausländischer Urkunden gibt es für den internationalen Rechtsverkehr zwei Beglaubigungsverfahren:

  • Legalisation durch die deutsche Auslandsvertretung (deutsche Botschaft oder Konsultat im Errichtungsstaat) oder
  • Apostille (auch "Haager Apostille" genannt) der jeweiligen zuständigen Behörde des Staates, in dem die Urkunde ausgestellt wurde.

Ob eine Legalisation oder eine Apostille erforderlich ist, hängt davon ab, in welchem Staat die Urkunde ausgestellt wurde. Für welchen Staat die "Haager Apostille" ausreicht, weil er ein Vertragsstaat des Apostille-Übereinkommens mit Deutschland ist, lesen Sie im "Länderverzeichnis". [...]

TIPP:

Bestimmte in einem EU-Mitgliedstaat ausgestellte öffentliche Urkunden werden seit 16. Februar 2019 auch ganz ohne Apostillierung als echt anerkannt. Dies gilt z.B. für Urkunden aus dem Personenstands- und Meldewesen wie Geburts- und Sterbeurkunden, Eheurkunden, Urkunden über Namen, Staatsangehörigkeit, Ehescheidung und Wohnsitz, aber auch Urkunden über die Vorstrafenfreiheit (Führungszeugnisse).

Insbesondere für Personenstandsurkunden gibt es daneben mit verschiedenen Staaten bilaterale Verträge zum Verzicht auf Legalisation und Apostille.

Apostille

Die Apostille ersetzt (als vereinfachtes Beglaubigungsverfahren) die sonst erforderliche Legalisation. Mit der Apostille (= Stempel der im ausländischen Staat dafür zuständigen Behörde) wird die Urkunde direkt in Deutschland anerkannt. Eine Beteiligung der deutschen Auslandsvertretung ist dann nicht mehr notwendig.

Legalisation

Öffentliche Urkunden, auf die kein internationales Übereinkommen anwendbar ist, können von der deutschen Auslandsvertretung (Botschaft oder Konsulat im jeweiligen Staat) legalisiert werden.

In den meisten Staaten ist die Legalisation von Urkunden nur möglich, wenn zuerst eine Vorbeglaubigung durch das Außenministerium oder andere Behörden des Ausstellerstaates erfolgte.

Einigen deutschen Auslandsvertretungen ist es aufgrund der Verhältnisse im jeweiligen Staat derzeit nicht möglich, Urkunden zu legalisieren, da sie die Echtheit der Urkunden nicht hinreichend überprüfen können. Die Vertretungen haben daher mit Zustimmung des Auswärtigen Amtes die Legalisation bis auf weiteres eingestellt. Hier kann eine sogenannte "Vor-Ort-Überprüfung" abhelfen:

Überprüfung im Rahmen der Amts- und Rechtshilfe

Im Rahmen der Amtshilfe für deutsche Behörden beziehungsweise der Rechtshilfe für die Gerichte können die deutschen Konsularbeamten der betroffenen Auslandsvertretungen - je nach lokalen Gegebenheiten - überprüfen lassen, ob der bescheinigte Sachverhalt zutrifft.

Deutsche Behörden oder Gerichte, die Urkunden aus einem dieser Staaten benötigen (etwa für die Anmeldung zur Eheschließung oder die Beurkundung einer im Ausland geschlossenen Ehe im Eheregister) können eine solche Überprüfung verlangen.

Legalisation

Deutsche Auslandsvertretung (deutsche Botschaft oder deutsches Konsulat) im jeweiligen Staat für Urkunden aus ihrem Amtsbezirk

Vorbeglaubigung

Außenministerium oder andere Behörden des Ausstellerstaates

Apostille

Jeder Vertragsstaat bestimmt, welche Behörden in seinem Staat die Apostille erteilen - erkundigen Sie sich bitte bei

  • der Stelle, die die Urkunde ausgestellt hat oder
  • der zuständigen deutschen Auslandsvertretung
Tipp: Die deutschen Auslandsvertretungen verfügen meist über ein Merkblatt, in dem die Anschriften der Apostille-Behörden und ergänzende Hinweise zum Verfahren enthalten sind; weitere Informationen finden Sie in den Internetauftritten der deutschen Auslandsvertretungen.

Ansprechstelle

deutsche Auslandsvertretung (Botschaft / Konsulat)

-> Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland
Verzeichnis des Auswärtigen Amts